Für wen
Wer merkt, dass das Haar dünner wird, den Scheitel breiter oder die Fülle weniger, und einen Weg sucht, der ohne Nadel, ohne Blutentnahme und ohne Eingriff auskommt. Bei leichter bis mittlerer Ausprägung sinnvoll. Wo der Follikel nicht mehr da ist, sagen wir das im Erstgespräch, bevor Sie Geld ausgeben.
Welche Art von Haarausfall
Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall, und davon hängt ab, ob wir überhaupt helfen können. Beim anlagebedingten Haarausfall, der häufigsten Form, wird das Haar über Jahre feiner, bei Männern zuerst an Geheimratsecken und Wirbel, bei Frauen im Scheitelbereich. In leichter bis mittlerer Ausprägung ist das die Situation, für die KeraLase gedacht ist. Beim diffusen Haarausfall nach Krankheit, Stress, Eisenmangel oder einer Schilddrüsenstörung liegt die Ursache im Körper: Dort gehört der Befund zuerst ärztlich abgeklärt, und wir verweisen weiter. Bei kreisrundem Haarausfall oder vernarbender Alopezie behandeln wir nicht, das ist eine ärztliche Angelegenheit. Wo der Follikel bereits vollständig verloren ist, bringt keine Serumbehandlung ihn zurück. Das sagen wir im Erstgespräch, bevor Sie Geld ausgeben.
So behandeln wir
Das Verfahren heisst KeraLase und hat zwei Schritte. Der LaseMD Ultra, ein nicht-ablativer Thulium-Laser mit 1927 Nanometern, setzt ein Raster feiner Kanäle in die oberste Hornschicht der Kopfhaut. Unmittelbar danach, solange die Kanäle offen sind, tragen wir die KeraFactor Scalp Stimulating Solution auf. Nach Angaben des Herstellers nehmen so vorbereitete Kanäle Nanoliposomen fünf- bis siebenmal besser auf als unbehandelte Haut. Auf Wunsch folgt Healite II mit 633 Nanometern, für die der Hersteller ausdrücklich «Hair Rejuvenation» angibt. Der Laser bei uns im Haus ist für die Kopfhaut ausgerüstet: eigener Aufsatz, eigenes Programm.
Was im Serum steckt
Ein kosmetisches Produkt, kein Arzneimittel. Nach Herstellerangabe sieben Polypeptide, ausgewählten Wachstumsfaktoren und Hautproteinen nachempfunden: sh-Oligopeptid-1 und -4, sh-Polypeptid-1, -7, -9, -11 und -71, dazu Kupfertripeptid-1, Niacinamid, Hyaluronsäure, Panthenol, Arginin und Curcumin, verpackt in Nanoliposomen. Die Vorsilbe «sh» heisst synthetisch-human: biotechnologisch hergestellt, weder von Menschen noch von Tieren. Kein Eigenblut, kein Spendermaterial, kein Medikament.
Was Sie erwarten dürfen
Frühestens nach etwa drei Monaten zeigt sich etwas, weil der Haarzyklus nicht schneller ist. Der Hersteller nennt sechs bis neun Monate nach einer Serie von sechs Sitzungen als Zeitpunkt der stärksten Veränderung.
Die Zahlen, die es dazu gibt, stammen aus einer Pilotstudie von Taub, Calderhead und Li im Hair Transplant Forum International, März/April 2022: zehn Teilnehmende, sieben Männer und drei Frauen zwischen 29 und 50, leichte bis mittlere androgenetische Alopezie. Haardichte und Haardurchmesser nahmen statistisch hoch signifikant zu, p zwischen 0,0004 und 0,0001. An Nebenwirkungen berichteten alle zehn nichts ausser einer leichten Rötung über ein bis zwei Stunden.
Und die Einordnung dazu: Zehn Personen sind wenig, es gab keine Kontrollgruppe mit Scheinbehandlung, und alle wendeten zusätzlich täglich Serum an. Daraus lässt sich die Richtung ablesen, nicht Ihr Ergebnis. Wir versprechen kein Ergebnis, nennen keine Erfolgsquote und zeigen keine Vorher-Nachher-Bilder.
Verträglichkeit
Der Hersteller gibt die Ausfallzeit des LaseMD Ultra als minimal an: meist eine leichte Rötung und ein feines, sandpapierartiges Hautgefühl über ein bis zwei Tage. Unter dem Haar sieht man davon ohnehin kaum etwas. Sie gehen danach zurück ins Büro, waschen am selben Abend die Haare, tragen keinen Verband. Auf unbedeckten Stellen, etwa im Scheitel, bitte an den Sonnenschutz denken.
Wofür es nicht gemacht ist
Nach Herstellerangabe nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht unter achtzehn Jahren, nicht auf entzündeter oder infizierter Kopfhaut und nicht bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata). Wir behandeln ausserdem nicht auf frisch gereizter oder sonnenverbrannter Kopfhaut, nicht über auffälligen Pigmentmalen und nicht bei lichtsensibilisierenden Präparaten. Dünner werdendes Haar hat viele Ursachen: Schilddrüse, Eisen, Ernährung, Medikamente, eine Phase grosser Belastung. Wenn das Gespräch den Verdacht aufwirft, dass die Ursache woanders liegt, sagen wir Ihnen das und empfehlen die passende Abklärung, bevor wir behandeln.
Ablauf
Erstgespräch
Kopfhaut ansehen, Verlauf besprechen, Ziele und Grenzen klären. Danach sagen wir, ob wir die Richtigen sind.
Sitzung
Laser, Serum, auf Wunsch Healite II. Sechs Sitzungen im Abstand von zwei bis vier Wochen.
Heimpflege
Eine Pipette Serum, dazu das Shampoo. Ohne sie ist die Serie nur der halbe Weg.
Häufige Fragen
Tut das weh?
Es wird als warm beschrieben, vergleichbar mit einem leichten Prickeln. Betäubt wird nichts: Der Laser ist nicht-ablativ und die Kanäle sind mikroskopisch fein. Wer empfindlich ist, sagt es, dann fahren wir die Einstellung herunter.
Ist das dasselbe wie Eigenblutbehandlung?
Nein. Es wird kein Blut entnommen und nichts gespritzt. Das Serum enthält biotechnologisch hergestellte Peptide und wird äusserlich aufgetragen, durch die Kanäle, die der Laser vorbereitet hat.
Muss ich das Serum wirklich täglich anwenden?
Ja. In der Untersuchung, aus der die Zahlen stammen, wendeten alle Teilnehmenden das Serum zusätzlich täglich an. Ohne die Heimpflege ist die Serie nur der halbe Weg.
Funktioniert es auch bei Frauen?
In der genannten Untersuchung waren drei der zehn Teilnehmenden Frauen. Das Verfahren richtet sich nach der Kopfhaut, nicht nach dem Geschlecht.
Gibt es eine Ausfallzeit?
Keine. Eine leichte Rötung für ein bis zwei Stunden, unter dem Haar kaum sichtbar. Haare waschen am selben Abend ist in Ordnung.
Kann ich das in die Membership aufnehmen?
Auf Wunsch ja. Dann verteilen sich die Sitzungen über das Jahr und laufen mit den Verlaufskontrollen Ihrer Stufe mit.
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